Selbsttest

Bin ich ein Patientenflüsterer?

Wie gut kommunizieren Sie wirklich mit Ihren Patientinnen und Patienten? 30 Aussagen, sofortige Auswertung mit Punktzahl und Radarprofil.

Kommunikation ist mehr als das richtige Wort zur richtigen Zeit.

Gute ärztliche Kommunikation zeigt sich nicht nur darin, was Sie sagen. Sie zeigt sich auch darin, wie gut Sie zuhören, Zwischentöne wahrnehmen, Emotionen erkennen, komplexe Informationen verständlich vermitteln und bemerken, was Ihr Gegenüber möglicherweise nicht ausspricht.

Dieser Selbsttest betrachtet sechs zentrale Bereiche Ihrer ärztlichen Kommunikations- und Wahrnehmungskompetenz: Zuhören und Verstehen · Klarheit und Verständlichkeit · Empathische Resonanz · Nonverbale Wahrnehmung · Nonverbale Präsenz · Adaptive und partnerschaftliche Kommunikation.

Beantworten Sie die folgenden 30 Aussagen so, wie Sie sich im realen ärztlichen Alltag überwiegend erleben – nicht so, wie Sie idealerweise handeln möchten.

  • 1 – Trifft überhaupt nicht zu
  • 2 – Trifft eher nicht zu
  • 3 – Teils / teils
  • 4 – Trifft eher zu
  • 5 – Trifft vollkommen zu
0 von 30 Aussagen bewertet
  1. 1. Ich lasse Patientinnen und Patienten ihre Gedanken zunächst zu Ende führen, bevor ich mit der nächsten Frage oder Erklärung einsteige.

  2. 2. Ich fasse wichtige Aussagen meines Gegenübers mit eigenen Worten zusammen, um zu prüfen, ob ich sie richtig verstanden habe.

  3. 3. Unter Zeitdruck komme ich häufig schnell auf Diagnose und Lösung zu sprechen, obwohl ich noch nicht sicher bin, ob ich das eigentliche Anliegen vollständig verstanden habe.

  4. 4. Ich frage gezielt danach, welche Vorstellungen, Befürchtungen oder Erwartungen eine Patientin oder ein Patient mitbringt.

  5. 5. Ich überprüfe das Verständnis nicht nur mit „Haben Sie das verstanden?“, sondern lasse wichtige Inhalte mit eigenen Worten wiedergeben oder stelle offene Rückfragen.

  6. 6. Ich kann medizinisch komplexe Sachverhalte so erklären, dass sie für Menschen mit unterschiedlichem Vorwissen verständlich werden.

  7. 7. Meine Erklärungen haben normalerweise eine erkennbare Struktur: Was wissen wir? Was bedeutet es? Und was passiert als Nächstes?

  8. 8. Ich bemerke häufig, wenn jemand zwar zustimmend nickt, den Inhalt meiner Erklärung aber wahrscheinlich noch nicht vollständig verstanden hat.

  9. 9. Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, verwende ich medizinische Fachbegriffe auch dann, wenn ich nicht sicher bin, dass mein Gegenüber sie versteht.

  10. 10. Ich kann unterscheiden, welche Informationen eine Patientin oder ein Patient im jeweiligen Moment wirklich benötigt und welche Informationen zunächst zweitrangig sind.

  11. 11. Ich nehme auch die emotionale Bedeutung wahr, die hinter einer scheinbar sachlichen Aussage eines Patienten stehen kann.

  12. 12. Wenn eine Patientin Angst, Trauer oder Unsicherheit zeigt, kann ich dieses Gefühl ansprechen, ohne es vorschnell zu relativieren oder beruhigen zu wollen.

  13. 13. Bei starken Emotionen meines Gegenübers konzentriere ich mich eher auf die medizinisch-sachliche Ebene, damit das Gespräch effizient bleibt.

  14. 14. Ich versuche Empathie konkret auf die Situation meines Gegenübers zu beziehen, statt nur allgemeine Formulierungen wie „Ich verstehe“ zu verwenden.

  15. 15. Ich kann kurze Gesprächspausen oder Stille aushalten, wenn ich merke, dass mein Gegenüber Zeit braucht, um Gedanken oder Gefühle auszudrücken.

  16. 16. Ich bemerke subtile Veränderungen im Gesichtsausdruck, die auf Unsicherheit, Anspannung oder Unbehagen hinweisen können.

  17. 17. Veränderungen in Stimme, Sprechtempo, Lautstärke oder Pausen geben mir Hinweise darauf, wie sich mein Gegenüber möglicherweise gerade fühlt.

  18. 18. Wenn die gesprochenen Worte eines Menschen und seine Körpersprache nicht zusammenzupassen scheinen, werde ich aufmerksam und versuche, die Diskrepanz zu verstehen.

  19. 19. Mir wird manchmal erst nach einem Gespräch bewusst, dass eine Patientin oder ein Patient deutlich verunsicherter, ängstlicher oder zurückgezogener war, als ich zunächst angenommen hatte.

  20. 20. Ich kann unterschiedliche emotionale Signale – etwa Unsicherheit, Scham, Ärger, Angst oder Traurigkeit – wahrnehmen, ohne sofort zu glauben, meine erste Interpretation müsse richtig sein.

  21. 21. Mir ist während eines Gesprächs bewusst, wie mein Blickkontakt, meine Körperhaltung und meine räumliche Distanz auf mein Gegenüber wirken können.

  22. 22. Auch wenn ich am Computer dokumentiere oder Befunde betrachte, achte ich darauf, den zwischenmenschlichen Kontakt nicht vollständig zu verlieren.

  23. 23. Auch bei schwierigen Botschaften oder notwendigen Grenzen gelingt es mir meistens, mit meiner Stimme Ruhe, Aufmerksamkeit und Respekt zu vermitteln.

  24. 24. Unter Stress wirke ich vermutlich gelegentlich ungeduldiger, distanzierter oder gehetzter, ohne dies im jeweiligen Moment selbst wahrzunehmen.

  25. 25. Ich passe meine nonverbale Kommunikation an Situation und Person an, statt davon auszugehen, dass beispielsweise viel Blickkontakt oder große Nähe für jeden Menschen gleichermaßen angenehm sind.

  26. 26. Bei Therapieentscheidungen erkunde ich nicht nur medizinische Optionen, sondern auch die Präferenzen und Prioritäten der Patientin oder des Patienten.

  27. 27. Ich kann meinen Kommunikationsstil an unterschiedliche Menschen anpassen – beispielsweise an Gesundheitskompetenz, emotionale Belastung, Alter oder Gesprächssituation.

  28. 28. Wenn eine Patientin oder ein Patient meiner Empfehlung widerspricht, versuche ich zunächst zu verstehen, was hinter dem Widerstand steht, bevor ich weiter argumentiere.

  29. 29. Wenn mein Gegenüber unerwartet oder ablehnend auf meine Erklärung reagiert, neige ich dazu, dieselbe Botschaft noch ausführlicher oder nachdrücklicher zu erklären, statt zunächst meinen Kommunikationsansatz zu verändern.

  30. 30. Nach einem schwierigen Gespräch denke ich darüber nach, welchen Anteil meine eigene Art der Kommunikation am Verlauf des Gesprächs gehabt haben könnte.

Bitte bewerten Sie zuerst alle 30 Aussagen.